
Hula lala….
…. keep on dancing!
Seit Woche #3 gehe ich brav in meine Hula Nahenahe (=Anfängergruppe). Fast jeden Donnerstagabend und manchmal Dienstagabends zum ‚Rehersal‘. Meine ‚Kumu Hula‘ (=Lehrerinnen) Bonnie und Margie sind mindestens so aufgeregt wie wir. Denn heute ist der große Tag. Der ‘Ho Ike’ – die große Show!
Die Hula-Aufführung wird durch die Halau Hula (Hula-Schule) ‚School of Dance‘ der christlichen Gemeinde ‚Kailua Community Church‘ durchgeführt. Wir tanzen nicht den traditionellen ‚Hula kahiko‘, sondern eine Abwandlung des ‚Hula auana‘, des modernen Hula. Auch die traditionellen Handzeichen, die Bewegungen und Choreografie werden in meiner ‚Nahenahe‘ nicht gelehrt.
In meiner ‚Nahenahe‘ werden die Handzeichen der ‚Worship Sign Language‘ gelehrt. Kein Wunder – ich bin ja schließlich in einer christlichen Gemeinde gelandet. Es bringt uns Schülerinnen nicht nur die Himmelsleiter eine Stufe weiter hinauf, sondern dient schlicht dem Einstieg in den Hula und damit in die Welt der Koordination von vier Gliedmaßen.
Die ‚Hoomakaukau‘, die Vorbereitungen sind weitaus umfangreicher als ich angenommen hatte. Tage vor der großen Show bekam ich einen Hula-Rock zur Verfügung gestellt. Obwohl der aus meiner Sicht schon ganz glatt aussah, wurde ich strengstens angewiesen ihn gewissenhaft zu bügeln. ‚Well, I did!‘
Ich muss sagen, das haben sie drauf, die „Hawa’amerikaner“*! Der große Saal der ‚Kailua High School‘ verwandelt sich binnen weniger Stunden in einen Festsaal mit Bühne, Licht, Leinwand, Projektoren, Soundanlage, Kameras. Die Proben starten um drei Uhr nachmittags. Jede Gruppe, die Kinder, die Anfänger (inkl. mir), die ‚Advanced‘, Männer, Frauen spielt den Ablauf nochmal durch. Alles muss sitzen, wenn die Zuschauer kommen und die Show startet.
Nichts wird dem Zufall überlassen. Die Frisur, der Haarschmuck, die Schminke. Wir verschwinden hinter einem Vorhang. Dort sind provisorische Umkleide-Ecken eingerichtet. Wir ziehen uns an. Ich bekomme die Haare zusammengesteckt, die Blume hinters Ohr und das Gesicht gepudert. Ein dezenter Lippenstift darf nicht fehlen. Noch ein Gruppenfoto und ein Stoßgebet. Raus geht es auf die Bühne.
Egal welcher ‚Sign Singing‘ Sprache man folgt, die Hula-Schritte sind dabei immer die gleichen. Wir haben drei (von vielen weiteren) gelernt: Den Kaholo, den Kao und den Kalakaua.
Die Hawaiianer beanspruchen gewissermaßen die Urheberschaft auf den Hula. Der Tanz findet seinen Ursprung im polynesischen Dreieck, dessen Eckpunkte von den Osterinseln, Neuseeland und Hawaii gebildet werden. Vor langer, langer Zeit diente der Hula in dieser Region als Verständigungsmittel. Geschichten, Mythologie und Abstammung wurden so im polynesischen Inselreich erzählt und verbreitet. Jede Handbewegung, jeder Hüftschwung, Gesang und Rhythmus hatten eine Bedeutung.
Nachdem der Hula, als auch die hawaiianische Sprache, Musik und Kultur durch christliche Missionare im 18ten Jahrhundert verboten und unterdrückt wurden, war vom Wissen um die Hula-Sprache und die Traditionen nicht mehr viel übrig. Erst Anfang der 70er Jahre, also zur Hippie Zeit, lebten die alten Traditionen wieder auf. Zeitzeugen dieser Rückbesinnung scheinen die vielen VW-Bullis aus den 70ern und 80ern zu sein, die man hier auf den Inseln in erstaunlich guten Zustand sehen kann.
Nur „einfachen“ Touristen, die sich nicht sonderlich mit der Kultur der Hawaiianer auseinandersetzen, entgeht, dass der klischeehafte Kokosnuss-BH nichts mit dem hawaiianischen Hula zu tun hat. Auch, dass der Hula in besonders eindrucksvoller Weise von Männern getanzt wird, ist vielen Besuchern neu.
Wenn ihr es ausprobieren wollt, es gibt unendlich viele Tutorials auf Youtube. Ich habe mir einige Zeit die Zähne daran ausgebissen, meine Arme, Hände und Füße so im Rhythmus und im Einklang mit meinen erzählenden Händen zu bewegen.
Falls ich je wieder hierherkommen sollte, dann werde ich eine traditionelle Hula-Schule besuchen! Dann muss ich allerdings sehr, sehr lange bleiben!
Oh Gott, oh Gott…
Ich hatte bereits erwähnt, dass ich kein großer Anhänger eines wie auch immer gearteten Glaubens oder einer Religion bin.
Meine Schulzeit habe ich in einem Mädchenkloster verbracht. Ganztagsschule inklusive obligatorischem Kirchgang. Kein Spaß, meistens jedenfalls. Wenn ich genug Mut hatte, habe ich geschwänzt. Im Religionsunterricht habe ich ernsthaft darüber nachgedacht, was mich dazu bewegen könnte an „Gott“ zu glauben. Ich erinnere mich noch wie heute an den Tag, an dem in der Religionsstunde Schwester Hedwig fragte: „Was denkt ihr, wofür es Kirchen, Kathedralen und Kapellen gibt?“ Ich hatte mich gemeldet, weil es mir glasklar erschien: „Damit die Menschen besser glauben können. So hat man etwas, was man sehen und anfassen kann. Sonst ist da ja nichts…!“
Ojeee, nicht gut. Setzen, sechs! Ich wurde aus dem Klassenzimmer geschickt und sollte draußen warten, bis die Stunde zu Ende war.
Damals konnte ich mir den Klassenverweis nicht erklären. Es hat auch niemand den Versuch unternommen, mir einen Hinweis zu geben, was daran so falsch war. Zwischenzeitlich, denke ich, habe ich verstanden.
Es war wahrscheinlich meine erste Begegnung mit dem, was wir heute in meiner Profession „Konstruktivismus“ nennen. Was frei nach Pipi Langstrumpf übersetzt heißt: „Jeder baut sich seine Welt, wie es in ihm gefällt.“
Dies zu entdecken und anzuerkennen hat mich immer beschäftigt und hat letztlich dazu geführt, dass ich meinen gläubigen ‚Hula-Sisters‘ mit einem schönen und ehrlichen Gebet, eine tiefe Freude bereiten konnte. Nachdem ich meine Worte abgeschlossen hatte, waren alle, inklusive mir, tief gerührt und verbunden. Wie schön!
Prayer for my Hula Ladies
Godfather, holy lord. Today there’s a lot to say. It even wouldn’t fit into one prayer. With your help I try…. I hope that you give me the ability to give these wonderful ladies the same kindness they have provided to me. I am just so grateful for all of your blessings in my life, Lord.
Especially for the opportunity to learn the HulaDancing with Bonnie, Margie and the Nahenahe. Both Bonnie and Margie are so motivating and warm teachers. They welcomed me in a nice and warm way and encouraged me in every step! They are a real gift to all of us, dear Lord!
Angel taught me much about life, while she was riding me over to Cindy’s place. She always made sure that I’m safe on my way home. She made every effort to give me more comfort (bringing the Hula Skirt) than I deserve!
Cindy always hosted us for practicing the Hula, so that I was able to make the Ho Ike to night. Thank you lord for giving me the chance to peek to her dancing when I was placed behind her. She is a real talent!
Bootsie has such big heart, she had always warm and appreciative words when I was insecure.
Heather showed me how to get the details fixed and had a black, long sleeve shirt. She infected me with her enthusiasm.
Ashley and Jessica reminded me with their youth and ease getting the Hula
danced, that I should have started this adventure earlier!
I pray and ask you to give them all long lives and care for their and their families‘ health and happiness! Give them strong and positive thoughts. Thank you, for letting me be here!
Lord, I pray that you remind me of just how lucky I am, and that you never allow me to forget to show my gratitude in prayer and returned kind acts.
Amen.
Liebe Patty, mit Begeisterung lese ich deinen Blog. Hut ab vor deiner Entscheidung, diese Abenteuer auch umzusetzen!
Herzliche Grüße
Ruth
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Liebe Ruth, ich freue mich über deinen Zuspruch! Das stimmt: Ich habe sehr lange von dieser Idee gesprochen, aber es letztendlich auch zu tun, war etwas heraus fordernd :-). Ich wünsche dir weiterhin gute Unterhaltung damit. Mahalo (Danke), Patty
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