
Ich habe den ‚Blues‘
Die letzten Wochen waren aufregend. Alles neu, viel zu entdecken. Der ‚Single-Traveler-Mode‘ ist schön, erfüllend und macht leicht. Ich fühle mich eins mit mir selbst. Bin entspannt, zufrieden und kann das auskosten. Eine erwünschte Nebenwirkung ist, dass ich
Jede Minute tun kann, was ich gerade tun mag. Keine Absprachen, keine Entscheidungen, keine Erwartungen, die ich glaube bedienen zu müssen.
Gleich gut kann ich die Zweisamkeit genießen. „Geteilte Freude, ist doppelte Freude“. Da ist was dran! Es ist ein Flow anderer Natur. Es ist beschwingt, kommt mehr aus dem Handgelenk, wenn ihr wisst, was ich meine. Nicht viel Denken, einfach machen!
„Geteilte Freude, ist doppelte Freude“.
Es waren zwei intensive Wochen mit vielen Erlebnissen, gemeinsamen Entdeckungen. Mit Gemütlichkeit und geliebten Routinen. Das englische Wort für Zweisamkeit ist ‚togetherness‘, was auch mit dem Begriff „Zusammengehörigkeit“ übersetzt werden kann. Andy ist nun zurück in Deutschland und ich bin wieder ‚back on my own‘. Ich brauchte zwei, drei Tage, nachdem ich Andy an den Flughafen gebracht hatte, um in meinen Takt zu kommen.
Und so hänge ich ein bisschen durch, sitze am Strand, schaue auf’s blaue Meer oder beim Café at Morning Brew’s und sinniere vor mich hin.
Ich tauche wieder in mein Kailua-Programm ein. Gehemit den ‘Thursday Rider on tour’. War das allererste Mal mit dem ‘Outrigger-Canoe outside on the Ocean’ (…which was amazing!!!), verknote mir die Arme beim Üben des ‘Hula Hand Sign Dancing’ und schaue abends einen ‚Movie‘.
Ach, übrigens. Ihr erinnert euch an Jake? Der „hart, aber herzlich“-Paddle-Coach?! Hier der lebendige Beweis 😉
The Digital Traveler
Bei genauer Betrachtung bin ich gar kein ‚Single-Traveler‘. Seit ich hier bin, war ich kaum allein, geschweige denn einsam! Als ‚Digital Traveler‘ bin ich stets ‚tuned‘ und bestens informiert, ‚what’s going on‘. Vor allem der Facebook-Algorithmus findet alle möglichen Unternehmungen für mich. Meine neuen Freunde sind ebenfalls äußerst aktiv im Netz. Sie geben mir Tipps und ‚recommendations‘. So leide ich mehr unter der Qual der Wahl, als unter Einsamkeit.
Man kann über Social Media sagen, was man will. Es gibt sicher viele Gründe die Sinnhaftigkeit und die Auswirkungen auf unsere Art der Kommunikation anzuzweifeln. Ich habe wahrscheinlich genauso viele Gründe gefunden, mir diese virtuelle Welt zu Nutze zu machen. Auf diese Weise wird meine virtuelle Umtriebigkeit zur handfesten, erlebbaren Realität.
From Virtuality to Reality
Aufgrund meiner rudimentären Kenntnisse und Fähigkeiten, habe ich mich bisher als ‚Digital Immigrant‘ bezeichnet. Zwischenzeitlich habe ich begriffen, dass man drei Dinge braucht, um vom Digital Immigrant zum ‚Digital Traveler‘ zu transformieren: Geduld, Offenheit und eine Worldwide-Super-Flatrate!
Meine App-Collection ist zwischenzeitlich stark angewachsen. Über Airbnb bin ich in meiner ‚neighborhood‘ gelandet. Google oder Apple Mapsführen mich an alle gewünschten Orte und Adressen. Moovit hilft mir das hawaiianische Bussystem im Blick zu halten. Wordpress, GoPro und Lumafusion stellen die Grundausrüstung für den Blog. Apps von Fluggesellschaften, digitale Reiseführer, Reiseblogs, Translation und ‚language‘ Apps, Instagram, Facebook, Messenger, WhatsApp und Co. verbinden mich mit Land und Leuten. Auch eine Art von ‚togetherness‘ 😉
Things change. Change things!
Nicht nur meine digitale Identität verändert sich. Der digitale Wandel ist in aller Munde. Nicht nur das! Rund um den Globus ist die Veränderung extrem: auf allen Ebenen, gesellschaftlich, politisch, wirtschaftlich und nicht zuletzt Ökologisch.
Ende der Woche wurde ich aus dem Paradies ‚“wach geküsst“ und wieder daran erinnert, dass unsere Umwelt extrem davon betroffen ist. Trotz meiner Lobpreisungen und „Rosa-Brille“-Berichterstattung, sehe ich die ich die Kehrseite.
There’s a Flipside of Everything!
Ein Facebook-Post der Kailua Paddler Community führte mich Samstagabend in den Kailua Beach Park. Eine Open Air Filmvorführung wurde angekündigt. Es ging um eine Weltumsegelung – wow – mit einem Doppelrumpfkanu, namens „Hokule’a“. Das ganze ohne digitale Hilfsmittel – aha – ausschließlich mit traditionellen, polynesischen Navigationstechniken. „Okay“, dachte ich, „ein bisschen Kultur kann dir ja nicht schaden!“ Schließlich hatte ich noch kein Museum und keine Kunstausstellung besucht.

Man traf sich auf der großen Rasenfläche des KailuaBeach Parks. Familien, Paare, Singles und Hunde. Die ‚Locals‘ kommen mit ‚beach chair‘, ‚blankets‘ und ‚snacks‘. Es herrscht geselliges Treiben. Als die Sonne untergeht, startet die Veranstaltung. Der Himmel wurde dunkler, die Wolken tief grau. Ein paar einführende Worte in Hawaiianisch. Die Atmosphäre war ‚kind ofmystical‘. Die warme Luft, das Meeresrauschen im Hintergrund, der Nachthimmel. Und dann die Trommelklänge und die Hula-Tänzerinnen!
Das Ereignis fand zwischen 2014 und 2017 statt und ist wie ich finde, spektakulär. Warum ich davon damals nichts mitbekommen habe ist mir ein Rätsel…! Die Hokule‘a führte die Crew an die unterschiedlichsten Häfen dieser Welt. Sie überbrachten ihre Botschaft in Schulen, Gemeinden und an Würdenträger. Vor der Abfahrt segnete der Dalai Lama das Boot, in Samoa kam der damalige Uno-Generalsekretär Ban Ki-moon an Deck und in Kapstadt stattete die Mannschaft dem Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu einen Besuch ab.
Ihre Mission: Schützt Traditionen, die Umwelt, die Ozeane! Lebt nachhaltig! Ihr Handeln: Inspirierend! Lange Rede, kurzer Sinn: Bitte schaut euch diesen Film an. Ladet Freunde ein. Macht einen Umwelt-Event oder sonst was.
Mich hat es „geflasht“! Der Film ist im Originalton Englisch und eignet sich hervorragend für ein verregnetes November-Wochenende. Er dauert nämlich etwas über zwei Stunden.
Hier füge ich, für mehr Informationen noch einen alten Spiegelartikel ein. Der Film bringt allerdings die Spannung besser rüber!
Ich weiß, ich habe gut Reden und gerade unendlich viel Zeit für solche Dinge…! Dennoch, vielleicht schafft ihr es, neben eurem Berufs- und Familienalltag, euch von mir entführen zu lassen 🙂
Ich freue mich über eure Rückmeldung dazu! Wie ist es euch damit gegangen?
Seit der Zeitumstellung in der vergangenen Woche bin ich auf Wintermodus mit gemütlichen Filmabenden eingestellt. Also, danke für den Tipp. Und Deine erworbene Social-Media-Kompetenz finde ich großartig. Wer weiß, was Du damit zukünftig noch alles anstellen kannst 🙂
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Da geht natürlich ohne Netflix gar nix mehr 😉
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Michi, ich habe gerade das Paddler Filmchen erneuert. Da war noch eine alte Version drin. Das musst du noch mal schauen, denn in dem kommt Jake erst zur Geltung;-)
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liebe Patty,
wie schön von Abschiedsschmerz und der Kraft, damit umzugehen, zu lesen! Ist es nicht wunderbar, dass wir zu all diesen und noch viel mehr Gefühlen fähig sind? Ein Segen, Menschen vermissen und anderes erleben zu können. Dir weiterhin bereichernde Erlebnisse, an denen Du uns teilhaben lässt. Mich bereichern besonders die Fotos des Lichts – in diesen Novembertagen. danke schön! Agnes
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Liebe Agnes, schön, dass ich dir damit eine Freude machen kann. Viel Spaß beim Film schauen. Wir sollten diese Crew in die GIZ einladen! Liebe Grüße Patty
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