
Wilde Tiere und Heilige Hühner
Ich habe beschlossen, nicht mehr im offenen Meer zu schwimmen! Zumindest nicht weiter als 10-15m vom Strand entfernt. Mir ist mulmig, wenn ich so allein von den blau-trüben Wassermassen umgeben bin. Dies nicht ganz ohne Grund: Rund um die Inselkette gehören Hai-Begegnungen ‚more or less‘ zum Alltag.
Alle wissen das! Alle sind es gewohnt! Geht man ins Meer, ist das so als wenn man im Straßenverkehr unterwegs ist. Die Gefahr verletzt oder getötet zu werden ist da, sie ist nur unwahrscheinlich!
Ich wollte mein mulmiges Gefühl loswerden. Also begann ich ein paar seriöse Seiten über Haie und ’shark incidents‘ zu lesen. Als Naturwissenschaftlerin hatte ich die Hoffnung, dass mir sachliche Informationen helfen würden ‚to clear up my mind – it didn’t‘.
Auf https://dlnr.hawaii.gov/sharks/ findet man ausgewogene und sachliche Informationen und Statistiken. Jetzt weiß ich: Ich möchte lieber überfahren als gefressen werden!
Jetzt weiß ich: Ich möchte lieber überfahren als gefressen werden!
Allein die Liste aller Hai-Begenungen von Surfern, Paddlern und Schwimmern liest sich für mich, abgesehen von ’shark bit nose of surfboard‘ irgendwie grausig. ‚Bitten on back of lower torso‘ oder ‚Fatal. Loss of leg at knee‘. Och nö!
Nur für 2019 habe ich neun ’shark-incidents‘ gezählt. Seht selbst: ‚https://dlnr.hawaii.gov/sharks/shark-incidents/
Zur Beruhigung schaut ihr euch noch das Video mit der super-hübschen, schlauen und sexy Meeresbiologin ‚Ocean Ramsey‘ aus Honolulu an.

Angeregt durch einen Event „Die Sehnsucht nach dem Meer“ mit Christoph Störmer in der Brainery in Hamburg, in dem mich Gaby und Pia spontan virtuell vom Kailua Beach hinzu geschaltet hatten (… erstaunlich, wie gut die Verbindung Hamburg:Hawaii funktioniert hat!), werde ich tiefer in meine Angst ‚Teil der Nahrungskette zu werden‘ eintauchen!
Heilige Hühner
Was Kühe in Indien sind, scheinen Hühner auf Hawaii zu sein. Hmmm… vielleicht doch mit dem feinen Unterschied, dass man Hühnchenfleisch auf den Speisekarten der Restaurants und im Angebot der Supermärkte findet!
Seit dem verheerenden Hurrikan ‚Iniki‘, der auf Hawaii im September 1992 nicht nur Häuser und Straßenzüge verwüstete, sondern auch die Einzäunungen der Hühner zerstört und ihnen damit die Freiheit beschert hat, läuft das Federvieh unbekümmert durch die Gassen.
Um korrekt zu sein: ‚Iniki’ wütete insbesondere auf Kauai, traf aber auch Teile von Oahu.
Wer mehr erfahren will, liest diesen interessanten Blog einer Kauai’s Wild Chickens: The good, the bad, and the ugly!
Und hier noch etwa für ‘Deep Diver’ und natürlich meine Kolleg*innen aus der Biologie Why Farmers like wild chickens
Überall, auf Parkplätzen, auf Strassen, in Hecken und Büschen laufen sie herum. Stolze Hähne, Hennen mit einer Schar von Küken. Sie kommen allein oder auch in Gruppen. Sie gackern und picken umher. Man hat sie in einfachen Outdoor-Lokalen immer um die Füße. Sie knabbern an Mülltonnen oder durchsuchen das Gras am Strassenrand. Keinen stört es! Man lässt sie in Ruhe oder man scheucht sie weg, wie bettelnde Hunde.

Apropos Hunde! Hawaiianer und Hunde sind offenbar eine obligatorische Kombination. Ich habe kaum jemanden gesehen, der oder die keinen Hund hat. Meine Ohana scheinen die einzigen zu sein – wie schade!
Hunde sind hier ganz praktisch. Sie leisten einem Gesellschaft beim Strandspaziergang oder sie führen ihr Frauchen oder Herrchen ein wenig Gassi. Denn sonst läuft – ich meine „geht“ – hier niemand. Mit einem Hund bekommt der Durchschnitts-Hawaiianer ein wenig Bewegung, jenseits der Surf-, SUP, Schwimm- und Kite-Unternehmungen, der Triathlon-Teilnahmen, des Krafttrainings und Paddel-Aktivitäten. Die Hawaiianer lieben ihre Hunde, spielen mit ihnen am Strand, gehen mit ihnen schwimmen und führen sie nur bei erträglichen Temperaturen aus. Man könnte statt heilige Hühner auch heilige Hunde sagen.
Ich werde zukünftig statt der Redewendung ‘Holy Cow‘ die Version ‚Hoooolyyy Chicken!‘ verwenden.
Coming up soon…
Während sich das ‚German Pro‘-Trio Jan Frodeno, Patrick Lange und Sebastian Kienle’ auf den bevorstehenden Ironman in Kona, Big Island vorbereitet, fiebere ich der Ankunft von Andy entgegen. Wir haben uns als ‚spectators’ für den Ironman in Kona 2019 qualifiziert! Ich werde darüber berichten.
Solltet ihr Week#4 lesen, während ihr euren Sonntagmorgen-Kaffee im herbstlichen Deutschland genießt, bereite ich mich und mein Rennrad auf den 160km langen ‚Honolulu Century Ride‘ vor. Für mich heißt es am Sonntag früh um 4 Uhr aufstehen….
Anfang der Woche wird mich Stacey, die sich erst einmal von ihrer ‚long distance race’ der Damen im ‘Na Wahine O Ke Kai’-Rennen erholen musste, zu ihrem ‚regular outrigger training‘ mitnehmen. Darauf freue ich mich sehr!
Hi Patty,
tolle Berichte, gut geschrieben und mit schönen Fotos unterlegt.
Ich freue mich immer sie zu lesen 😀🤓
Weiter so! 👍
Ich wünsche Dir viel Spaß und ganz viele tolle Eindrücke und Erlebnisse 🤗☀️😎👍🍀
VG Meik
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Haie, Hühner und Hunde ☺️ Da ist sie wieder: meine Theorie, dass jeder Ort bestimmte Tiere mit sich bringt.
Ich freu mich schon auf die nächste Woche mit deinen neuen Abenteuern!
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Und wie ist es, wenn sich Hunde und Holy Chickens begegnen? Einen schönen Honululu Century Ride 🚴♀️ und ich freue mich schon auf den Bericht dazu am nächsten Sonntag 😍
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Ich schmeiß‘ mich weg, Patricia! Du auf diesem Hai unter Ocean Ramsey… ! Du siehst soooo happy und fantastisch aus! Kein Wunder, bei dem (Sport) Programm… Wahnsinn, was du in dieser kurzen Zeit (#4!!!!) schon alles erlebt und gesehen hast. Und was für ein Glück, dass du auf so liebe Leute getroffen bist, mit denen du auf Tour gehen kannst!
Ich freue mich auf #5 ffffffff….
All the best! Genieße weiterhin die best decision ever!
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Und ich freue mich auf den Bericht „live from Energy lab“
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