
Gewohnheiten und Routinen
Noch fühlt es sich wie ein verlängerter Urlaub an, Sonne, Strand, das Meer und das warme Klima – das ist Urlaubs-Feeling. Ich kann tun und lassen, was ich und wann ich will.
Gleichzeitig kehren Alltagsroutinen ein, die mir das Gefühl geben, hier anzukommen: Das morgendliche Kaffee-Ritual, die täglichen Fahrten (natürlich mit Banana-Rad) zum Strand oder ins Städtchen. Ein Cappuccino bei Morning Brew oder ChadLou’s. Ein paar Einkäufe erledigen, ‚laundry‘ und ‚housekeeping‘ gehören dazu.
Im Grunde führe ich hier ein bescheidenes und unspektakuläres Dasein! Der ‚Thursday Ride‘ mit den netten Rennradfahrern oder mal eine zweite Ausfahrt, je nachdem, was in der Gruppe gepostet wird. Zweimal pro Woche abends Schwimmtraining. Die Abende verbringe ich in meiner kleinen Condo. Meist schaue ich irgendeinen unterhaltsamen Movie, mit einem leckeren Sandwich auf der Couch sitzend. Ich sag’s doch – unspektakulär!
Ich liebe das! Dennoch habe ich ein gespaltenes Verhältnis zu Routinen. Einerseits ist es wunderbar, dass sich die Dinge wiederholen und zuverlässig wiederkehren: Mein Kaffee, die Morgensonne, die Alltagsaufgaben, der Abend-Movie. Andererseits will und muss ich Abwechslung und Herausforderungen haben. Mir fehlt sonst die Intensität im Leben.

Der Hula
Am Donnerstag stellte Hope, meine Ohana-Vermieterin, mich in ihrer Kirchengemeinde der Hula-Gruppe vor. Bonnie und Marge, die Hula Lehrerinnen, haben mich herzlich aufgenommen. Marge, eine große, kräftige hawaiianische Frau, kam auf mich zu: „I’m Marge. It’s good to have you here!“, drückte mich und gab mir einen Kuss auf die Backe. „We meet every Thursday evening. So you are beginner, right? Perfect. In November you will perform your Hula with all the other ladies here!“
„Perfect. In November you will perform your Hula with all the other ladies here!“
Uups…. das ging ja schnell. Die Geister, die ich rief, dachte ich und war mir nicht mehr ganz sicher, ob ich das ’so‘ wollte…
„I promise, the first lessons are the worst. After that, it’s gettin‘ easy!“, sagte Bonnie und leitete ihre Unterrichtsstunde mit einem ‚wrap up‘ der letzten Stunde ein.
Zu meiner Überraschung gab es einen Liedtext, der in Zeichensprache, also Gehörlosensprache übersetzt wurde und die Handzeichen wurden zur Musik einstudiert. ‚Hand Signing‘ nennt man das und es ist Grundvoraussetzung des Hula-Tanzes, denn Hula ist seit jeher ein erzählender Tanz. Und erzählt wird mit den Händen. Also entgegen all meiner Erwartungen, erst einmal kein einziger Hula-Schritt, kein einziger Hüftschwung, kein Baströckchen – nichts. Jetzt lerne ich jeden Tag ein paar Minuten Handzeichen.
Der Hula wird hier in der Kailua Community Church, einer christlichen Gemeinde gelehrt. Zu Beginn der Stunde und am Ende wird gebetet:
„… and we are worshipping the LORD …“.
Während des Schlussgebetes denke ich: Wenn es Gott gibt, dann wohnt er in der Herzlichkeit dieser Menschen!
Hier fährt man nicht einfach nur Kanu, sondern Outrigger!
Früher zum Fischfang und Transport genutzt, ist ‚Outrigger paddeling‘ heute ein beliebter, hawaiianischer Wassersport. Jeder verbindet Hawai’i mit Surfen und Kiten, aber sicher nicht mit Outrigger Kanus.
Mir sind diese Kanus am Kailua Beach das erste mal aufgefallen. Die ‚locals‘, die ‚beachside‘ wohnen, haben die Ausleger-Kanus sprichwörtlich vor ihrer Haustür (am Strand) stehen.
Neulich (in der ‚Full Moon Night at Lanikai Beach‘) kam gerade eine 8er-Kanu-Gruppe am Beach angepaddelt. Ich war zwei Meter entfernt und habe spontan mitangepackt, um das Kanu aus dem Wasser an Land zu ziehen. Das war der Moment, in dem ich entschieden habe: Das muss ich ausprobieren!
Es ist nicht schwer, hier etwas dazu herauszufinden. Stacey, eine Freundin von George, gab mir den Tipp zu dem heutigen Event. Was bei uns der Berlin Marathon ist, ist hier das ‚Annual Hawaiian Outrigger Races’.
Um heute live und hautnah dabei sein zu können, habe ich ‚The Bus‘ genommen. Für $2,75 und viel Zeit kommt man von Kailua nach Honolulu. Aber das ist eine andere Geschichte ….
Als die „Na Wahine O Ke Kai‘, die Frauen des Meeres, nach 41 Meilen über den ‚Kawai Channel‘ von Moloka’i nach O’ahu am ‚Kahanamoku Beach‘ (ganz in der Nähe von Waikiki Beach) ankamen, ertönte über Lautsprecher ein hawaiianischer Sprechgesang und Trommler begleiteten das Spektakel. Jedes einzelne Kanu wurde so traditionell und festlich empfangen.
Schaut euch mal diese Videos an: No Place For Women: The Story of Na Wahine o Ke Kai und Na Wahine O Ke Kai 2012. Ihr werdet geflasht sein!
Obwohl der ‚Kahanamoku Beach‘ touristisch total überlaufen und sonst auch nicht besonders schön ist, herrschte mit Beginn der Zeremonie eine respektvolle und fast demütige Stimmung. Den Frauen und dem Meer gewidmet!

nun bin ich gespannt auf den November mit Hula-Hüftschwung°
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… bin selbst gespannt 😳
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Das mit dem Hüftschwung beim Huls-Tanzen hätte ich gerne als Video 🤗hab viel Spaß. Lieben Gruß
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