Ich habe beschlossen, nicht mehr im offenen Meer zu schwimmen! Zumindest nicht weiter als 10-15m vom Strand entfernt. Mir ist mulmig, wenn ich so allein von den blau-trüben Wassermassen umgeben bin. Dies nicht ganz ohne Grund: Rund um die Inselkette gehören Hai-Begegnungen ‚more or less‘ zum Alltag.
Alle wissen das! Alle sind es gewohnt! Geht man ins Meer, ist das so als wenn man im Straßenverkehr unterwegs ist. Die Gefahr verletzt oder getötet zu werden ist da, sie ist nur unwahrscheinlich!
Ich wollte mein mulmiges Gefühl loswerden. Also begann ich ein paar seriöse Seiten über Haie und ’shark incidents‘ zu lesen. Als Naturwissenschaftlerin hatte ich die Hoffnung, dass mir sachliche Informationen helfen würden ‚to clear up my mind – it didn’t‘.
Auf https://dlnr.hawaii.gov/sharks/ findet man ausgewogene und sachliche Informationen und Statistiken. Jetzt weiß ich: Ich möchte lieber überfahren als gefressen werden!
Jetzt weiß ich: Ich möchte lieber überfahren als gefressen werden!
Allein die Liste aller Hai-Begenungen von Surfern, Paddlern und Schwimmern liest sich für mich, abgesehen von ’shark bit nose of surfboard‘ irgendwie grausig. ‚Bitten on back of lower torso‘ oder ‚Fatal. Loss of leg at knee‘. Och nö!
Zur Beruhigung schaut ihr euch noch das Video mit der super-hübschen, schlauen und sexy Meeresbiologin ‚Ocean Ramsey‘ aus Honolulu an.
Hai? Das kann ich auch 😉!
Angeregt durch einen Event „Die Sehnsucht nach dem Meer“ mit Christoph Störmer in der Brainery in Hamburg, in dem mich Gaby und Pia spontan virtuell vom Kailua Beach hinzu geschaltet hatten (… erstaunlich, wie gut die Verbindung Hamburg:Hawaii funktioniert hat!), werde ich tiefer in meine Angst ‚Teil der Nahrungskette zu werden‘ eintauchen!
Noch fühlt es sich wie ein verlängerter Urlaub an, Sonne, Strand, das Meer und das warme Klima – das ist Urlaubs-Feeling. Ich kann tun und lassen, was ich und wann ich will.
Gleichzeitig kehren Alltagsroutinen ein, die mir das Gefühl geben, hier anzukommen: Das morgendliche Kaffee-Ritual, die täglichen Fahrten (natürlich mit Banana-Rad) zum Strand oder ins Städtchen. Ein Cappuccino bei Morning Brew oder ChadLou’s. Ein paar Einkäufe erledigen, ‚laundry‘ und ‚housekeeping‘ gehören dazu.
Im Grunde führe ich hier ein bescheidenes und unspektakuläres Dasein! Der ‚Thursday Ride‘ mit den netten Rennradfahrern oder mal eine zweite Ausfahrt, je nachdem, was in der Gruppe gepostet wird. Zweimal pro Woche abends Schwimmtraining. Die Abende verbringe ich in meiner kleinen Condo. Meist schaue ich irgendeinen unterhaltsamen Movie, mit einem leckeren Sandwich auf der Couch sitzend. Ich sag’s doch – unspektakulär!
Ich liebe das! Dennoch habe ich ein gespaltenes Verhältnis zu Routinen. Einerseits ist es wunderbar, dass sich die Dinge wiederholen und zuverlässig wiederkehren: Mein Kaffee, die Morgensonne, die Alltagsaufgaben, der Abend-Movie. Andererseits will und muss ich Abwechslung und Herausforderungen haben. Mir fehlt sonst die Intensität im Leben.
Der Hula
Am Donnerstag stellte Hope, meine Ohana-Vermieterin, mich in ihrer Kirchengemeinde der Hula-Gruppe vor. Bonnie und Marge, die Hula Lehrerinnen, haben mich herzlich aufgenommen. Marge, eine große, kräftige hawaiianische Frau, kam auf mich zu: „I’m Marge. It’s good to have you here!“, drückte mich und gab mir einen Kuss auf die Backe. „We meet every Thursday evening. So you are beginner, right? Perfect. In November you will perform your Hula with all the other ladies here!“
„Perfect. In November you will perform your Hula with all the other ladies here!“
Uups…. das ging ja schnell. Die Geister, die ich rief, dachte ich und war mir nicht mehr ganz sicher, ob ich das ’so‘ wollte…
„I promise, the first lessons are the worst. After that, it’s gettin‘ easy!“, sagte Bonnie und leitete ihre Unterrichtsstunde mit einem ‚wrap up‘ der letzten Stunde ein.
Zu meiner Überraschung gab es einen Liedtext, der in Zeichensprache, also Gehörlosensprache übersetzt wurde und die Handzeichen wurden zur Musik einstudiert. ‚Hand Signing‘ nennt man das und es ist Grundvoraussetzung des Hula-Tanzes, denn Hula ist seit jeher ein erzählender Tanz. Und erzählt wird mit den Händen. Also entgegen all meiner Erwartungen, erst einmal kein einziger Hula-Schritt, kein einziger Hüftschwung, kein Baströckchen – nichts. Jetzt lerne ich jeden Tag ein paar Minuten Handzeichen.
Der Hula wird hier in der Kailua Community Church, einer christlichen Gemeinde gelehrt. Zu Beginn der Stunde und am Ende wird gebetet: „… and we are worshipping the LORD …“.
Während des Schlussgebetes denke ich: Wenn es Gott gibt, dann wohnt er in der Herzlichkeit dieser Menschen!
Hier fährt man nicht einfach nur Kanu, sondern Outrigger!
Früher zum Fischfang und Transport genutzt, ist ‚Outrigger paddeling‘ heute ein beliebter, hawaiianischer Wassersport. Jeder verbindet Hawai’i mit Surfen und Kiten, aber sicher nicht mit Outrigger Kanus.
Mir sind diese Kanus am Kailua Beach das erste mal aufgefallen. Die ‚locals‘, die ‚beachside‘ wohnen, haben die Ausleger-Kanus sprichwörtlich vor ihrer Haustür (am Strand) stehen.
Neulich (in der ‚Full Moon Night at Lanikai Beach‘) kam gerade eine 8er-Kanu-Gruppe am Beach angepaddelt. Ich war zwei Meter entfernt und habe spontan mitangepackt, um das Kanu aus dem Wasser an Land zu ziehen. Das war der Moment, in dem ich entschieden habe: Das muss ich ausprobieren!
Es ist nicht schwer, hier etwas dazu herauszufinden. Stacey, eine Freundin von George, gab mir den Tipp zu dem heutigen Event. Was bei uns der Berlin Marathon ist, ist hier das ‚Annual Hawaiian Outrigger Races’.
Um heute live und hautnah dabei sein zu können, habe ich ‚The Bus‘ genommen. Für $2,75 und viel Zeit kommt man von Kailua nach Honolulu. Aber das ist eine andere Geschichte ….
Als die „Na Wahine O Ke Kai‘, die Frauen des Meeres, nach 41 Meilen über den ‚Kawai Channel‘ von Moloka’i nach O’ahu am ‚Kahanamoku Beach‘ (ganz in der Nähe von Waikiki Beach) ankamen, ertönte über Lautsprecher ein hawaiianischer Sprechgesang und Trommler begleiteten das Spektakel. Jedes einzelne Kanu wurde so traditionell und festlich empfangen.
Schaut euch mal diese Videos an: No Place For Women: The Story of Na Wahine o Ke Kai und Na Wahine O Ke Kai 2012. Ihr werdet geflasht sein!
No Place For Women: The Story of Na Wahine o Ke Kai
Na Wahine O Ke Kai Paddle Out 2012
Obwohl der ‚Kahanamoku Beach‘ touristisch total überlaufen und sonst auch nicht besonders schön ist, herrschte mit Beginn der Zeremonie eine respektvolle und fast demütige Stimmung. Den Frauen und dem Meer gewidmet!
Gerade wollte ich mich an mein „Stammplätzchen“ am Beach setzen, um meine ‚Weekly News‘ zusammen zu fassen, da überkam mich eine unbändige Lust in diesem türkisgrünen Wasser schwimmen zu gehen. Ich konnte dieser Einladung nicht widerstehen – trotz Quallententakel und Hai-Fantasien.
Today’s swim (ca. 1000m)
Jeder hat sein Ding – Schwimmen ist meins!
Um im Kailua Masters Swim Club am regelmäßigen Training teilzunehmen, musste ich einerseits Mitglied in der USA-weiten U.S. Masters Swimming Organization‘ werden und andererseits dem Hawaiianischen Kailua Masters Swim Club beitreten. Beides beschert mir sowohl Versicherung als auch das Gefühl „dazu zu gehören“! Hier schwimmen die ‚residents‘ …. und ICH.
Montag- und Mittwochabend um sieben Uhr geht’s los. Es ist schon dunkel und immer noch sehr warm. Leider bringt auch der Sprung ins Pool keine Abkühlung, das Wasser ist von der Sonne so aufgeheizt, dass man keinen Unterschied spürt – cosy!
Für mich war es das dritte Schwimmtraining und ich habe mich von Lane 1 zu Lane 3 hochgearbeitet. Whitney, ‚our Swim-Coach‘ ist eine zackige, junge Frau, die vom Beckenrand aus ihre Anweisungen gibt: „Oooookaaayy Ladies (…es sind auch Männer im Becken ;-), warm up! Five two hundreds, then fifty easy in between! When you are done then eight three hundreds, fifty easy, then fifty fast.”
Beim ersten Mal fragte sie mich ganz geschäftig: „What’s your time?” Ich: „I don’t know – guess intermediate” und sie steckte mich in die Lane 1, da sind die Langsamsten! Als ‚new kid on the block‘ hielt ich mich höflich zurück, denn das war tatsächlich unter meiner Zeit. Jetzt darf ich in Lane 3 schwimmen, das passt erst einmal.
Zum Schluss ruft Whitney noch vom Beckenrand aus: „Two hundreds as faaaaast as you can, then cool down!” und „See youuuuu Mondaaayy!“ Übrigens: Masters ‚simply means 18 and older‘ und es gibt 8 Lanes!
Training at Kailua Masters Swim Club
Gastfreundschaft, die ihresgleichen sucht
Ed, George, Melanie und Karen. Bei einem Café Latte im Starbucks traf ich Ed. Ed ist ein aufgeschlossener, neugieriger Mann, Anfang 50, untersetzt und hat offenbar Freude an gutem Essen. Er hat ein Haus auf der Insel, wohnt sonst auf dem ‚Main Land‘ und pendelt seit vielen Jahren hin und her. Selbst bezeichnet er sich als ‚locist‘, was die Synopse aus ‚local & tourist‘ ist.
Wir kamen ins Gespräch und schwups, waren die nächsten zwei Tage verplant: Vom Sonnenaufgang (6 am) bis ‚after lunch time‘. Ed war jeweils zwei Vormittage mit mir unterwegs und zeigte mir alle ‚must have‘ an der East und North Shore (Kualoa Ranch, Laie Point mit Ausblick auf Kukuihoolua Island, Turtle Bay, Kawela Bay, Waimea Beach Park, Laniakea, wo die Surfer sind…..), gab mir gute Insidertipps für Unternehmungen, die ich die nächsten Wochen noch abarbeiten kann und nahm mich mit in sein Lieblingsrestaurant Joe’s in Hale’iwa.
Die Shrimps dort sind unvergleichlich und bisher dachte ich meine Mutter macht die besten (…sorry, Mama)!
Sightseeing Trip mit Ed
In der Cycling Community
George traf ich ganz und gar online. Er bot mir an, mich beim Kailua Thursday Ride zu begleiten – ‚just in case the pace is too quick‘! George’s Name fiel über mehrere Beiträge, die im Netz an mich von unterschiedlichen Leuten herangetragen wurden.
Am Donnerstag also früh aufstehen und um 8:00 Uhr am Treffpunkt erschienen! Die Gruppe trudelte nach und nach ein, auch Melanie. Sie ist sicher schon ein ganzes Stück über 60 und fährt wie eine junge Biene. Melanie gibt mir Infos zu Events, ‚which she is highly recommending‘. Weitere Mitfahrer kamen auf dem Makapu’u Lookout hinzu.
George war ein wunderbarer ‚pacemaker‘ – allein wäre ich nie so zügig durch den Gegenwind gekommen und zwischendrin, während wir durch ruhige Straßen fuhren, war immer Zeit für einen kleinen Plausch. George erzählte von seinen Enkelkindern, seiner Familie und seinem Beruf – er ist ‚psychiatrist‘ und arbeitet ‚independently‘. However, er wird mich jetzt öfter mal auf seine Touren mitnehmen und mir die Gegend zeigen. Nebenbei erhält man Einblick in das Leben eines ‚Local‘.
Während des Radelns kam Karen auf mich zu: „Hi, I’m Karen. Nice meeting you!“. Karen ist super aufgeschlossen, einfach eine Frohnatur und ‚sociable‘. Sie war bei der US Army und ist bereits mit 58 quietschfidel in Rente. Karen hat also viel Zeit! Karen lud mich für Freitag zur ‚Full Moon Night‘ am Lanikai Beach ein. Cracker, Dip und Wein und ein gelungener ‚small talk‘ über dies und das.
Während ich diese Zeilen schreibe pingt mein Telefon vor sich hin – die Kailua Thursday Riders sind wieder aktiv und überlegen gemeinsam, wie ich am 29. September am besten am Honolulu Century Ride teilnehmen kann. Ohne Auto ist das hier nämlich ein Problem zum Startpunkt der berühmten alljährlichen Ausfahrt der Rennradler und Triathleten zu kommen, insbesondere morgens um 5 Uhr. Mal sehen wie das klappt…
People @ Kailua Thursday Ride
Go Green!
Heute (Sonntag) startete ich meinen Tag mit dem Besuch des Kailua Farmers Market. Hier kommt die ‚organic community‘ auf ihre Kosten. Gemüse und Obst aus eigenem Anbau, Bäcker und Köche zeigen, was sie können. Smoothies und handgemachte Seife. Und ich kaufe mir ein ‚sourdough bread‘ und werde heute Abend darüber herfallen. Zukünftig muss ich sonntags auf mein Frühstück verzichten, um mich hier Stück für Stück durchzufuttern. Ein kleiner Markt, der das sehr zarte Pflänzchen einer Öko-Bewegung wieder spiegelt.
Go the extra mile for good bread!
Ojee, schon so spät?! Der Wind zieht auf und die Kitesurfer kommen, um die letzten ein, zwei Stunden bis es dunkel wird zu nutzen. An der ‚mountain side‘ ziehen dunkle Wolken auf – ich muss los, bevor ich in den Regen komme….
Gestern Abend ereilte mich mit tierisch lautem Sirenenton aus meinem Telefon (meine Güte, was ist das denn, dachte ich erschrocken…! Wie kommen die an meine Nummer ….? Wahnsinn, diese Digitalisierung und was man sonst noch so denkt ….), eine inselweite Unwetterwarnung:
‚Flash Flood Warning this area. Avoid flooded areas‘.
Gut, dass ich schon zuhause war, am Strand war es sicher ungemütlich geworden. Heute bin ich vorsichtig!
Während ich gerade mit meinem (…nur über’s Wochenende) geliehenen Wrangler Jeep zum Strand fahre und darüber nachdenke, was ich euch erzählen kann, läuft im Radio hawaiianische Unterhaltungsmusik. Ein kräftiger Wind biegt die Palmen am Straßenrand Richtung landesinnere. Die Sonne scheint und es ist heiß.
Statt aufgeschnittener, bepflanzter Autoreifen schmücken hier ausgediente Surfbretter die Vorgärten. Große GMCs und Familiy Vans stehen vor den typisch amerikanischen Holzhäusern. Alles nichts Besonderes, wenn man USA kennt. Doch die bergige Kulisse, die sich hinter der Häuserreihe auftut, ist einfach sensationell. In saftigem Grün und gleichmäßigen Falten, die himmelwärts zeigen, geben sie einem sofort das richtige Jurassic-Park-Feeling.
Ich wohne hier in einer ruhigen und typischen ‚neighborhood‘ am nord-östlichen Ende von Kailua – the Kalaheo neighborhood. Meine Ohana (family) ist sehr nett und kümmert sich ganz entzückend um mein Wohlergehen. Ich habe alles, was ich brauche.
Eine Woche bin ich nun hier und kann mich immer noch nicht so recht orientieren. Obwohl das eigentlich ganz einfach sein sollte, denn es gibt eine ‚mountain side‘ und eine ‚beach side‘! Die Straßennamen machen mich ganz kirre: Ich wohne im Kaimake Loop, muss durch die Kaha Street zum Kainalu Drive oder über Kihapai Street, um über die Kailua Road ‚Downtown‘ zu kommen. Oder ich fahre über die Kalahoe Avenue zur Kawailoa Road, um zum Beach zu fahren.
Kaimake Loop, Kailua, O‘ahu
Nachdem ich meine Einkäufe in den einschlägigen Supermarkets, wie Target, Foodmarket und Wholefood erledigt hatte, musste ich eine neue Matratze für mich finden. Gutes Schlafen ohne Rückenschmerzen ist für mich so bedeutsam geworden, wie Zähne putzen.
Ich habe sie alle durch: Bedmart, Costco, FurnitureWorld, Slumberworld etc. – so lernt man auch die Gegend kennen! Und viele neue Wörter über Größe (Queen, King, Split King) und Aufbau von Betten („… do you need a foundation or have a pegboard? “), den Härtegrad von Matratzen („What kind of support do you want? Firm, Extra Firm, Plush, Pillow Top? “). Anyway I‘m done! Ich hab‘ etwas Reisebudget in eine neue Matratze investiert und schlafe hervorragend (… ich brauche übrigens mindestens ‚Firm‘.)
Meist cruise ich mit dem Fahrrad durch die Gegend, radle zum Beach, genieße den Wind, die Sonne und die Zeit, die ich habe.
Die ‚living cost“ sind sehr hoch. Für 5 kinderfaustgroße Kartoffeln habe ich $5,99 und für einen Apfel $2,00 gezahlt und bin jedes Mal, wenn ich aus dem Supermarkt komme, geschockt wie hoch die Rechnung und wie klein meine Einkaufstasche ist. Das liegt nicht nur am Tourismus, sondern auch daran, dass Hawaii quasi ein kleiner Mückenschiss, irgendwo im Zentralpazifik ist. Wenn es sich nicht gerade um Ananas, Papaya, Mangos und Macadamianüsse handelt, dann wird vieles hier eingeflogen.
Gegen Plastikmüll oder für nachhaltige Lebensweisen scheint niemand wirklich einen ‚sense“ zu haben. Hier in Kailua gibt es allerdings eine Menge ‚bike lanes‘, zumindest down town. „Öko“ wacht hier erst langsam auf.
Meinen Cappuccino trinke ich bei Chad Lou‘s und den cold brew bei The Collective.
Man-O-War
Mein erstes, kleines Abenteuer war das ‚Open Water Swimming‘ im Meer. Offen gestanden, hatte ich, trotz der Tatsache, dass ich es liebe im offenen Wasser zu schwimmen, ziemlich Schiss! Nicht so sehr vor den Quallen (man-o-war = Portugiesische Galeere), sondern vor der Vorstellung im großen, weiten Meer einem Hai oder sonst einem großen Getier zu begegnen.
Eine archaische und vielleicht irrationale Angst, allerdings sehr deutlich spürbar! Allein die Tatsache, dass die sechs Schwimmer des Kailua Masters Swim Club so mir nichts, dir nichts in Wasser stapften, hat mich ihnen folgen lassen ohne weiter darüber nachzudenken.
Nach ein paar hundert Metern durchzuckte mich ein brennender Schmerz, eine Quallententakel hatte mich am Bein erwischt. Nicht wirklich schlimm, aber sehr unangenehm. Ich hab’s noch zur zweiten Boje geschafft, bin dann umgekehrt. Weitere ‚man-o-war stings‘ wollte ich mir ersparen.
Wieder aus dem Wasser gekommen, fragte ich eine der Schwimmerinnen: „What about sharks or other big fishes?“ und sie sagte: „If you see a shark with a black tip on its fin, don’t mind. If you see one with a white tip on its fin, they won’t do anything to you. If you see a shark with stripes, ….uuuhhhh you don’t wonna see ‘em!” Ojee, dachte ich, ich habe kaum meine Hand vor Augen gesehen, so unruhig war das Wasser, wie soll ich da einen Hai erkennen, bevor er zubeißen will?
„But remember, we’ve never seen the one with the stripes”
Als sie ging, sagte sie noch: „But remember, we’ve never seen the one with the stripes”, lachte und stieg in ihr Auto. Nächste Woche ist wieder Schwimmtraining im Pool, dann sehen wir weiter…!